Danke Chef: 15% Zuschuss zur Altersvorsorge

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15% Zuschuss vom Arbeitgeber zur Altersvorsorge

Eine betriebliche Altersvorsorge – eine bAV – ist ja eigentlich eine gute Sache. Du merkst bei Deinem Nettogehalt nicht so viel, als was Du eigentlich aus Deinem Bruttogehalt in den Vertrag eingezahlt hast (200€ brutto = ~100€ netto).

Heute habe ich zwei Tipps für Dich, die Du bei Deiner bAV beachten solltest:

Tipp 1: Wenn Du seit diesem Jahr, also seit 2019, eine neue bAV abschließt, dann ist Dein Arbeitgeber neuerdings unter Umständen gesetzlich dazu verpflichtet Dir 15 Prozent zu Deinem Beitrag dazu zu zahlen. Warum? Weil er sich genau wie Du Lohnnebenkosten spart. Er spart sich eben circa 15 Prozent des Arbeitgeberanteiles zur Sozialversicherung auf Deinen Beitrag in die bAV. Diese Regelung gilt grundsätzlich nur für alle neu abgeschlossen bAVs.

Was ist mit bAV Alterverträgen?

Bei einem Altvertrag, also wenn Du schon eine betriebliche Altersvorsorge hast, dann gilt das erst ab 2022. Hast Du einen Altvertrag, dann kannst Du trotzdem Deinen Chef fragen, ob er dir zu Deinem alten Vertrag nicht auch die 15 Prozent dazu bezahlt. Wäre ja eigentlich nur gerecht, oder? Denn wenn Du theoretisch einen neuen Vertrag abschließen würdest, dann würdest Du die 15 Prozent schließlich auch bekommen. Warum solltest Du die dann nicht auf den alten Vertrag auch bekommen? Dein Chef ist zwar gesetzlich nicht dazu verpflichtet, aber Du bekommst ja bekanntlich immer das, was Du verhandelst 😉 Und ob früher oder später (ab 2022 auch für Altverträge) ist ja auch schon Wurst…

Betriebliche Altersvorsorge als Bestandteil der Gehaltsverhandlung

Zwar birgt das für Deinen Chef etwas Verwaltungsaufwand, aber das ist definitiv machbar. Übrigens: erst durch den Zuschuss vom Arbeitgeber wird eine betriebliche Altersvorsorge überhaupt erst attraktiv und deswegen frag doch einfach mal nach, ob nicht sogar mehr als die 15 Prozent drin sind. Vielleicht kannst Du ja 25 Prozent, oder sogar 50 Prozent aushandeln. Hier gibt es nämlich keine festen Grenzen. Oder Dein Chef zahlt dir fix 50 Euro im Monat dazu, oder sogar 100 Euro. Oder er verdoppelt einfach Deinen eigenen Beitrag auf eigene Kosten nochmal. Da gibt’s wirklich viele Varianten. Übrigens kann dieser Baustein auch interessant für Deine nächste Gehaltsverhandlung sein. Nur mal so am Rande..

Mit Tipp Nummer 2 habe ich diese Woche einem Bewerber bei meinem Online Karrierecoaching geholfen. Grundsätzlich profitiert eine bAV ja davon, dass der Sparbetrag direkt von Deinem Bruttogehalt abzogen wird, also dass Du auf die Einzahlungen keine Steuern und vor allen Dingen keine Beiträge zur Sozialversicherung bezahlen musst.

Gar nicht so einfach, diese betriebliche Altersvorsorge…

Aber da lauert eine Krux: Wenn Du Brutto über 4.500 Euro im Monat verdienst, dann solltest Du nämlich aufpassen. Denn dann liegst Du höchstwahrscheinlich über der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze. Das bedeutet, Du zahlst den Höchstbeitrag in die gesetzliche Krankenversicherung ein, soweit Du in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) versichert bist. Dass die Leistungen der GKV leider nur ausreichend sind will ich hier erst mal außen vor lassen. Und wenn Du also über 4.500 Euro brutto, genauer gesagt über 4.537 Euro brutto verdienst, dann hast Du keine Ersparnis bei einer bAV in der Sozialversicherung / der Krankenversicherung und dann wird eine bAV weniger attraktiv für Dich. Denn später, bei der Auszahlung aus der bAV-Rente fallen ja Steuern an und vor allen Dingen auch wieder Abgaben zur Sozialversicherung.

Heißt also: über 4.500 brutto ist eine bAV tendenziell weniger attraktiv. Betonung liegt auf weniger. Die Entscheidung, ob eine bAV für Dich die beste Altersvorsorge ist, oder ein Riester-Vertrag, oder z.B. ein Depot mit ETF-Sparplan ist nicht so leicht zu beantworten.

Das ist ziemlich kompliziert. Eine betriebliche Altersvorsorge wird immer attraktiver, je mehr Dir der Arbeitgeber dazu bezahlt. Das heißt: schau, dass wenn Du über 4.500 brutto verdienst, einen möglichst hohen Zuschuss vom Arbeitgeber bekommst und selbst möglichst wenig einzahlst, sodass der Anteil vom Arbeitgeber möglichst hoch ist.

Übrigens: liegst Du sogar über 6.700 Euro brutto im Monat, dann wird eine bAV für Dich tendenziell wieder attraktiver. Warum? Weil Du dann über dem Höchstbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung liegst und das heißt, durch die bAV gehen Dir keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung verloren.

Ob und wann eine bAV für Dich sinnvoll ist, lässt sich wie Du siehst nicht pauschal beantworten und kommt einfach auf Deine Situation an. Zum Glück finden wir das gemeinsam bei meinem Online Finanzcoaching heraus 😉 Klicke einfach unten auf den Button, um Dir Deinen persönlichen Termin für ein Erstgespräch zu sichern!

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