Statt Gehaltserhöhung: mit diesen 6 Tipps holst Du Netto mehr für dich heraus!

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Statt Gehaltserhöhung: 6 Tipps für mehr NETTO vom BRUTTO

Die erste Gehaltsverhandlung steht an und du bist schon ganz aufgeregt – wie viel mehr Geld wird es wohl geben? Doch welche Auswirkungen hätten denn 100€ mehr Bruttogehalt? Genau – dank Grenzsteuersatz und Sozialversicherungsbeiträgen bleibt Netto nur noch circa die Hälfte bei dir übrig. Aber es gibt einen schlaueren Weg, ohne auf eine Gehaltserhöhung zu verzichten. Hier kommen meine Top 6 Tipps für Deine nächste Gehaltsverhandlung. Wichtig: ich bin kein Steuerberater und gebe dir keine Tipps zum Steuern sparen. Sprich daher folgende Punkte im Zweifelsfall mit Deinem Steuerberater durch!

Tipp #1: Jobticket

Ein sogenanntes Jobticket, landläufig auch gerne Fahrtkostenzuschuss genannt. Ein Jobticket funktioniert wie folgt: Deine Firma zahlt dir ganz oder teilweise einen Zuschuss zu Deiner Fahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmitteln und das ist seit 2019 steuer- und sozialversicherungsfrei. Bedeutet also: anstatt, dass Du zum Beispiel 100 Euro selbst für Deine Fahrkarte von Deinem Konto bezahlst, bekommst Du dieses Geld anstatt einer Gehaltserhöhung und dann geht von den 100 Euro nichts verloren. Dabei ist es übrigens egal, ob es sich um eine Wochen-, Monats-, oder Jahreskarte handelt und theoretisch gehen sogar Einzelfahrscheine. Auch eine Bahncard kann bezuschusst werden. Cooles Goodie dabei: wenn es sich um eine Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr handelt, kannst Du die auch beliebig oft privat nutzen. Im Fernverkehr dagegen darfst Du nur die Strecke zwischen Deinem Zuhause und Deiner Arbeit fahren. Einziges Manko: die Entfernungspauschale (0,30€ pro Kilometer) in Deiner Steuererklärung wird bei einem Jobticket gekürzt. Aber die Ersparnisse in der Sozialversicherung die bleiben dir erhalten.

Tipp #2: Tankgutschein / Sachzuwendungen

Wenn Du viel pendelst, dann dürftest Du diesen Tipp vielleicht schon kennen: ein Tankgutschein. Einen Teil Deiner Gehaltserhöhung kann dir Dein Arbeitgeber wieder steuer- und sozialversicherungsfrei als Tankgutschein auszahlen, und zwar maximal 44 Euro im Monat. Das mag auf den ersten Blick vielleicht nicht viel sein und für die tägliche Strecke Ingolstadt – München nicht reichen. Allerdings besser, als von den 44€ Bruttogehalt nur 22€ nach Steuern und Sozialversicherung übrig zu haben, oder? Der Betrag ist übrigens auch auf maximal 44 Euro gedeckelt, sonst fallen nämlich auf den vollen Betrag sofort Steuern und Sozialversicherung an. Die 44 Euro Monat, die kann dir Dein Arbeitgeber übrigens auch auf anderen Wegen zukommen lassen. Andere Sachzuwendungen sind zum Beispiel ein Zuschuss zum Fitnessstudio oder ein Warengutschein oder eine Prepaid Kreditkarte. Von der Kreditkarte darfst Du zwar kein Bargeld abheben, aber mit 44€ kann man ja auch mal schick Essen gehen und mit Karte zahlen. Wenn diese Variante interessant für dich klingt, dann sprich mich einfach mal darauf an!

Wichtiger Hinweis:  alle sechs Tipps sind untereinander kombinierbar, um auch höhere Gehaltssteigerungen komplett abzudecken. Zum Beispiel kannst Du ein Jobticket und einen Tankgutschein / Sachzuwendungen in Höhe von 44€ gleichzeitig bekommen!

Für alle, die gern noch umweltschonender zur Arbeit kommen habe ich jetzt etwas mit Tipp #3: ein Dienstfahrrad

Statt einer Gehaltserhöhung kannst Du von Deinem Arbeitgeber auch ein Dienstfahrrad zur Verfügung gestellt bekommen. Und wenn es bei dir bergauf geht mit viel Gegenwind, dann nimm doch einfach ein e-Bike. Die Höchstgeschwindigkeit darf dann maximal 25 km/h betragen. Seit Anfang 2019 ist das Ganze neben steuer- auch sozialversicherungsfrei, und zwar inklusive der privaten Nutzung. Bei einem Dienstwagen müsstest Du nämlich die private Nutzung des KFZ versteuern. Willst Du mit dem e-Bike schneller als 25km/h fahren, also ein sogenanntes Pedelec, dann musst Du die private Nutzung schon versteuern. Aber Achtung: genau wie bei einem Elektroauto nur mit dem halben Bruttolistenpreis. Vielleicht bekommst Du dann auch ein Dankeschreiben von der lieben Greta.

Nächste Möglichkeit für ein Gehaltsextra und mein Tipp #4: ein Essenszuschuss

Gerade bei kleineren Firmen gibt es oft keine eigene Kantine. Entweder Du kochst zuhause vor, oder besorgst dir selbst etwas in den umliegenden Läden, Supermärkten oder Restaurants. Allerdings kann dir Dein Chef statt einer Gehaltserhöhung auch einen Essenszuschuss, zum Beispiel ein Restaurantgutschein in Höhe von 6,50€ pro Tag zahlen. Voraussetzung dafür ist, dass der gesamte Zuschuss steuer- und sozialversicherungsfrei ist und dass Du davon 3,40€ pro Tag selbst bezahlst. Insgesamt macht das im Monat dann so circa 130 bis 150 Euro brutto aus. Dazu muss Dein Arbeitgeber mit einem Anbieter eines sogenannten Restaurantpasses eine Absprache treffen und dann kannst Du die Gutscheine bei den umliegenden Gaststätten, Bäckereien Metzgereien, oder Supermärkten einlösen. Es gibt mittlerweile auch digitale Essensmarken mittels einer App. Die liest Deine Belege mittels der App auf Deinem Smartphone ein und Du erhältst dann die Erstattung über Deine Gehaltsabrechnung – was übrigens auch den Verwaltungsaufwand für Deinen Chef reduziert 😉. Auch dafür habe ich übrigens dank meines Empfehlungsteams einen Ansprechpartner für dich. Wenn solche Essensgutscheine also für dich interessant sind, dann lass es mich einfach wissen.

Tipp #5: Kinderbetreuungskosten

Dieser Tipp ist vor allem für junge Eltern gedacht, denn Dein Arbeitgeber kann dir einen Zuschuss zu allen vorschulischen Betreuungen bezahlen, also für Kindergarten, Kita, Hort oder auch für eine Tagesmutter. Interessant ist dabei vor allen Dingen, dass es keine Obergrenze gibt d.h. Dein Arbeitgeber kann die Kosten zu 100 Prozent übernehmen. Damit lassen sich dann auch größere Gehaltssprünge gut abdecken. Deinem Arbeitgeber musst Du dazu nur die Originalrechnung der jeweiligen Einrichtung vorlegen. Auf der Rechnung wird dann der Arbeitgeberzuschuss vermerkt, denn bei der Steuererklärung kannst Du nur die Kosten angeben, die Du wirklich auch selbst getragen hast. Aber besser die kompletten Kosten vom Arbeitgeber gezahlt zu bekommen, als nur die Steuer darauf zurück zu bekommen. Und der gesamte Zuschuss ist wie gehabt komplett sozialversicherungsfrei.

Tipp #6: Gesundheitsförderung

Lass dir von Deinem Arbeitgeber statt einer Gehaltserhöhung Deine Gesundheit fördern. Das geht bei angeleiteten Kursen oder Therapien, zum Beispiel Sport- oder Yoga-Kurse, die von einem zertifizierten Übungsleiter durchgeführt werden. Rückentrainings, Massagen, Raucherentwöhnungskurse oder auch Ernährungsseminare werden ebenfalls gefördert. Der maximale Zuschuss für gesundheitsfördernde Maßnahmen sind 500 Euro im Jahr – auch hier wieder steuer- und sozialversicherungsfrei. Was leider nicht geht ist die einfache Mitgliedschaft im Sportverein oder im Fitnessstudio. Die Bezuschussung für das Fitnessstudio kannst Du dir aber bei Tipp #2 (Sachzuwendungen) abholen.

Wie spreche ich das Thema bei meinem Chef an?

Wenn Du in das Gespräch mit Deinem Chef gehst, dann mach dir bewusst, dass diese 6 Tipps gar nicht jeder Chef kennt. Die alten Tankgutscheine kennen vielleicht noch ein paar – aber Essensgutscheine oder ein Dienstfahrrad sind den wenigsten bekannt. Wenn Du möchtest kann ich auch direkt mit Deinem Chef sprechen und diese Vorteile für dich und Deine Kollegen herausholen.

Was hat mein Chef davon?

Dass Du von den verschiedenen Zuschüssen profitierst ist schön und gut – schließlich bekommst Du bei gleichem Bruttogehalt faktisch mehr an Leistungen. Aber was hat Dein Chef davon? Ganz einfach: Wenn dir Dein Chef mehr Bruttogehalt zahlen würde, dann müsste er zugleich auch mehr Beiträge für die Sozialversicherungen entrichten – genauso wie Du. Das ist im Endeffekt das gleiche Prinzip wie bei der betrieblichen Altersvorsorge. Noch ein positiver Aspekt: Gibt dir Dein Chef einen Zuschuss für gesundheitsfördernde Maßnahmen, dann bist Du wahrscheinlich auch seltener krank und leistest mehr. Super, oder?

Welche Nachteile habe ich dadurch?

Tatsächlich gibt es auch hier einen kleinen Nachteil. Wenn Du nämlich auf einen höheren Bruttolohn verzichtest, dann zahlst Du automatisch keinen Mehrbeitrag in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Dadurch bekommst Du dann später als Rentner wiederum weniger Rente ausbezahlt. Daher folgender Rat: Lege einfach das, was Du dir an Benzinkosten, Kinderbetreuungskosten etc. sparst auf ein separates Konto für die Altersvorsorge. Ist in meinen Augen sowieso sinnvoller, als auf die gesetzliche Rente zu vertrauen.

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