Wie hoch sollte deine BU-Rente sein?

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Zugegeben, über Berufsunfähigkeit zu reden macht mir auch keinen großen Spaß. Man hat immer ein dumpfes Gefühl im Magen, weil mach sich vorstellen muss aufgrund von Krankheit, Psyche oder Unfall nicht mehr arbeiten zu können. Nichts desto trotz müssen wir einfach darüber reden, denn um wirklich finanziell abgesichert zu sein musst du einfach dein Einkommen schützen.

Nun stellt sich allerdings die Frage in welcher Höhe du deine BU-Rente abschließen solltest. Und genau dafür gibt es verschiedene Herangehensweisen:

  1. BU-Rente = 80% vom Nettogehalt
  2. BU-Rente = 1.200 Euro
  3. BU-Rente = Kosten deiner (zukünftigen) Lebenshaltung

Gehen wir diese Herangehensweisen doch einfach Schritt für Schritt durch.

BU-Rente = 80% vom Nettogehalt

Ein sehr pauschaler Ansatz von vielen Beratern ist es die Höhe der Rente bei Berufsunfähigkeit auf ca. 75-80% vom Nettogehalt abzusichern. Dies kommt daher, weil einige Versicherungsgesellschaften diesen Betrag als Maximalhöhe für sich definiert haben. Auch die Verbraucherzentrale spricht gern von einer BU-Rente von 80% vom Nettoeinkommen. Das bedeutet in Zahlen:

Ein Angestellter mit 3.000€ Nettogehalt sollte demnach eine BU-Rente in Höhe von 2.400€ abschließen. Nicht gerade sehr individuell, oder?

BU-Rente = 1.200 Euro

Eine weitere Herangehensweise ist die Absicherung von mindestens 1.200 Euro Rente bei Berufsunfähigkeit. Dieser Wert entspricht ganz einfach dem Mindestlohn, hochgerechnet auf einen Monat und nach Abzug aller Sozialversicherungen.

Dieser Wert wird gern bei Studenten festgelegt, um bereits das Grundeinkommen abzusichern und um die Beitragsbelastung niedrig zu halten. Tatsächlich bieten einige Versicherungen auch für Studenten bereits eine Absicherung von 1.500 Euro, manche sogar bis zu 2.000 Euro an.

BU-Rente = Kosten deiner Lebenshaltung

Kommen wir nun zur letzten und wohl genauesten Ermittlung der optimalen BU-Rentenhöhe. Hier wird der Fokus auf deine laufenden Ausgaben gelegt. Allerdings musst du beachten, dass du ja wahrscheinlich nicht schon morgen BU wirst, sondern laut Statistik erst mit dem 40. – 50. Lebensjahr. Und dann können deine laufenden Kosten natürlich viel höher sein.

Diese Kosten solltest du dabei unbedingt im Auge behalten:

  • Miete & Mietnebenkosten / Finanzierung fürs Eigenheim
  • Essen & Trinken
  • Versicherungen (Achtung: Krankenversicherung!)
  • Benzin und ggf. Leasingkosten
  • Sparpläne (z.B. ETF-Sparpläne)
  • laufende Kredite für Auto oder Möbel
  • Urlaub und Shopping – nur weil du z.B. einen Burnout hast heißt das nicht, dass du nicht mehr in den Urlaub fliegen kannst / darfst
  • Kinder – wenn du bereits eine Familie hast, dann weißt du, dass das Kindergeld hierfür hinten und vorne nicht reicht

Und hier ein Kostenpunkt, den die meisten leider vollkommen außer Acht lassen: Deine Rentenversicherung.

Denn wenn du berufsunfähig bist, dann werden automatisch keine Beiträge mehr in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt. Und jetzt schau dir einfach mal deine letzte Gehaltsabrechnung an. Wie viel zahlst du und dein Arbeitgeber heute schon in die GRV (gesetzliche Rentenversicherung) ein? Dieser Betrag fehlt dir komplett!

Das heißt: je länger du BU bist, desto größer wird deine Rentenlücke (die eh schon sehr groß ist) im Alter. Du müsstest also zeitgleich noch mehr Geld in deine privaten Sparpläne stecken. Hoffentlich reichen dir dafür pauschal 80% vom Nettogehalt.

Das Bereicherungsverbot

Jetzt könnte man natürlich einfach auf die Idee kommen eine BU-Rente von 5.000 Euro abzuschließen, obwohl das Einkommen nur bei 3.000 Euro Netto liegt. Die Idee hatten wahrscheinlich schon mehrere Leute vor dir, deswegen schiebt dir die Gesellschaft hier einen Riegel vor. Zwar prüfen einige Versicherer bei Vertragsabschluss nicht wie hoch dein Einkommen ist, aber spätestens im Leistungsfall, also wenn du berufsunfähig bist, dann schauen sie ganz genau hin.

Heißt also: sie kürzen deine BU-Rente und du hast umsonst höhere Beiträge gezahlt. Das wäre schön dumm.

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